Nachdem letzten Samstag eine relativ erfolglose Veranstaltung der
Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa) in Hannover stattfand, mobilisieren
Neonazis der Partei „Die Rechte“ für Samstag, den 22.11.2014, wieder zu
einer Demonstration unter dem Motto „Gegen linke Gewalt“ nach Hannover.
Außerdem werden einige homophobe Gruppierungen am gleichen Tag eine
Demonstration gegen den geplanten Bildungsplan der Landesregierung
abhalten.
HoGeSa gnadenlos gescheitert
Die Hooligans gegen Salafisten planten, mit ihrer Veranstaltung vom
15.11. in Hannover, an ihre Demonstration vom 26.10. in Köln
anzuknüpfen. Dort versammelten sich ca. 5.000. gewaltbereite
Rechtsradikale, um gegen den Islam in Deutschland zu protestieren.
Hierbei setzten sie den Islam absichtlich mit den radikalislamistischen
Salafisten gleich, um ein Bedrohungsszenario zu schaffen und alle
Musliminnen und Muslime mit dieser religiösen Splittergruppe
gleichzusetzen. Da die Polizei von vornherein strenge Auflagen machte,
mussten sich die Hooligans mit einer stationären Kundgebung auf dem
Hannoveraner ZOB abfinden. Die Veranstaltung fand sozusagen, unter
Ausschluss der Öffentlichkeit, auf einem der unansehnlichsten Plätzen
Hannovers statt. So gab es ein strenges Alkoholverbot und alle
Teilnehmer worden einzeln durchsucht, was viele Hooligans von vornherein
abschreckte, sodass nur 3.500 von ihnen an der Kundgebung teilnahmen.
Als die antifaschistische Gegendemonstration den Andreas-Hermes-Platz,
welcher direkt in Hörweite des ZOB liegt erreichte und dort kurdische
Musik abspielte, drohte die Lage seitens der Hooligans zu eskalieren,
wurde aber durch massive Polizeipräsenz unter Kontrolle gehalten. So
zogen viele Hooligans schon vor dem offiziellen Ende der Veranstaltung
enttäuscht ab.
Rechtsradikale zieht es wieder nach Hannover
Nach der gescheiterten HoGeSa-Veranstaltung zogen viele kleinere
Gruppen von Neofaschisten durch die Hannoveraner Innenstadt und suchten
nach Gelegenheiten, Teilnehmer der Gegendemonstration
zusammenzuschlagen. Im Rahmen dieser Zusammenstöße, zogen die Rechten
meist den Kürzeren, da die AntifaschistInnen, meist innerhalb kürzester
Zeit, in größerer Zahl vor Ort waren und die Übergriffe abwehren
konnten. Nun hat die Neonazi-Partei „Die Rechte“ eine Kundgebung unter
dem Motto „Gegen linke Gewalt“ angekündigt. Die Veranstaltung soll von
12-18 Uhr am Klagesmarkt (Postkamp 1) stattfinden, wo 4 Neonazis
angeblich von einer Gruppe AntifaschistInnen verletzt worden sind. Nun
versuchen die Rechtsradikalen, sich selbst als Opfer darzustellen,
obwohl deren Gruppen am 15.11. gewaltsuchend durch die Innenstadt
gezogen sind. Um ein Zeichen gegen diese Tatsachenverdrehung zu setzen,
treffen sich die Gegendemonstranten um 11:00 Uhr an der Goseride (Ecke Celler Straße), um den faschistischen Terror zu enttarnen und sich diesem
vehement und solidarisch entgegenzustellen.
Homophobe demonstrieren ebenfalls
Die AfD nahe „Initiative Familienschutz“ plant am gleichen Tag um
14 Uhr eine Demonstration, die am Steintor beginnen wird und Richtung
Landtag ziehen soll. Diese sogenannte „Demo für alle“ richtet sich gegen
den geplanten Bildungsplan der Landesregierung, der vorsieht,
Grundschulkinder über sexuelle Vielfalt aufzuklären. Die Demonstranten
stammen zum überwiegenden Teil aus dem religiös-konservativen Lager,
dass die „typische“ Familie mit Vater und Mutter als Maß aller Dinge
begreift und es nicht akzeptiert, dass es auch alternative Lebensmodelle
gibt, in denen Nichtheterosexuelle in einer festen Partnerschaft
zusammenleben und eventuell auch gemeinsam Kinder großziehen. Die
entsprechende Gegenveranstaltung beginnt um 12:30 Uhr an der Goseriede.
Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz
Wir, die Linksjugend ['solid] Hildesheim setzen uns für eine
tolerante und pluralistische Gesellschaft ein, in der sich jeder Mensch
nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen frei entwickeln und ein
selbstbestimmtes Leben führen kann. Wir lehnen es somit ab, dass
intolerante und fremdenfeindliche Ideologien unwidersprochen propagiert
werden. Wir rufen deshalb dazu auf, sich an den Gegenprotesten zu
beteiligen, um sich diesen intoleranten und rückschrittlichen
Gruppierungen entgegenzustellen und ein Zeichen gegen Hass und
Ausgrenzung zu setzen.
Hoch die internationale Solidarität!
Klassenkampf statt Vaterland und Patriarchat!