Mittwoch, 15. Juni 2016

Klassenkampf statt EM!


Am 10.06.2016 begann offiziell die Fußballeuropameisterschaft 2016 in Frankreich mit dem Eröffnungsspiel Frankreich gegen Rumänien.

Dies geht mal wieder einher mit dem üblichen Party-Patriotismus und dem abfeiern und anfeuern von "Deutschland", wobei die Unterschiede zwischen dem bürgerlich-kapitalistischen Staat BRD und der "DFB-Elf" zu verwischen scheinen.

Bereits im März 2016 bildete sich eine Gegenbewegung zu den Arbeitsrechtsreformen in Frankreich, welche in etwa vergleichbar ist mit den deutschen Reformen zur "Agenda 2010". Die Protestbeweung, welche sich "nuit debout" (die Nacht hindurch wach) nennt und seit Mitte April in ganz Frankreich öffentliche Plätze besetzt und Demonstrationen durchführt, welche zum Teil überwiegend kämpferischen Charakter haben, stellt sich diesen Arbeitsmarktreformen konsequent entgegen.

Diese klassenkämpferischen Aufstände werden von den meisten bürgerlichen Medien in Deutschland konsequent ignoriert, um zu verhindern, dass klassenkämpferische Positionen Einzug in die Köpfe des deutschen Proletariats finden und damit die Aufstände nicht auf andere europäische Länder übergreifen.

Die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz steht zur Zeit in der Kritik, da sie den Party-Patriotismus angeprangert hat und dazu aufgerufen hat "die Fahne runter zu nehmen", da "Patriotismus=Nationalismus sei". Obwohl wir ansonsten nicht unbedingt inhaltlich mit der Grünen Jugend konform gehen, schließen wir uns dem an und erklären uns mit ihnen solidarisch.

Anstatt uns diesem konsumorientierten "Kampf der Nationen" anzuschließen, was nur von den klassenkämpferischen Aktionen ablenken soll und die Arbeiterklasse auseinanderdevidieren soll, verweigern wir uns diesem und erklären uns solidarisch mit dem internationalen Proletariat, insbesondere dem französischem, bei ihrem aktuellen Kampf.

Fuck the EM

Lasst euch nicht spalten

Kämpft für eure Rechte

Klasse gegen Klasse




Freitag, 18. März 2016

Solidarität mit den Streikenden der SVHI

Seit einigen Wochen ist es im Gespräch, dass der gemeinnützige Verkehrsbetrieb Stadtverkehr Hildesheim (SVHI) eventuell durch die Bahntochtergesellschaft DB Regio abgelöst werden könnte. Da die Lizenz für den öffentlichen Personennahverkehr in Hildesheim im Zeitraum 2017-2026 bald neu ausgeschrieben wird und es zu befürchten ist, dass sich DB Regio auch auf diese Lizenz bewerben könnte, entstehen massive Probleme für den SVHI. Der SVHI würde sich dabei nur durch hohe Lohneinbußen bei seiner Belegschaft im Wettbewerb behaupten können.

Gegen die Übernahme des Stadtverkehrs durch DB Regio sprechen verschiedenste Gründe: 

- Preise würden erhöht werden, da die städtische Subventionierung wegfallen würde und DB Regio als börsennotiertes Unternehmen nur auf Profitmaximierung aus wäre. 

- Pünktlichkeit wäre nicht mehr gewährleistet, da DB Regio vermutlich auf wechselnde Teilzeitkräfte setzen würde, die sich nicht mit den individuellen Strecken auskennen werden. 

- Es würde wahrscheinlich an der Wartung und an der Neuanschaffung der Busse gespart werden, um die Kosten zu drücken.

- Statt Festangestellten, werden wahrscheinlich Teilzeitkräfte angestellt, die oft keine verlässlichen Auskünfte über Fahrpläne und Tarife geben können. 

Dies sind nur einige Gründe, sich mit den Streikenden des SVHI zu solidarisieren und ihren Arbeitskampf zu unterstützen, denn sie kämpfen auch für uns.

Dienstag, 26. Januar 2016

Bildungsreform statt Leistungsdruck!

Niedersachsen schaffte zu Beginn des Schuljahres 2004/ 2005 die Lernmittelfreiheit ab und kehrte im Sommer letzten Jahres zu 13 Jahren Abitur (G9) zurück. Die Debatten über G9 oder G8 (12 Jahre Abitur) bleiben deshalb immer noch sehr aktuell, doch die dramatischen Folgen des Leistungsdrucks in Schulen (Burnout und Depressionen) bleiben weiterhin bestehen. Wir verurteilen die Folgen des Bulimielernens und die Befürworter dieser Systematik. Schüler*innen lernen nicht, sondern prügeln sich Informationen ein, um sie dann während einer Arbeit auf ein Blatt Papier zu brechen. Schule braucht Ruhe und Beständigkeit und keinen Konkurenzkampf innerhalb der Schulklassen. Wir forden vorerst auf regionaler Ebene über Alternativen zu diskutieren, um dadurch für neue bzw. zukunftsnahe Denkanstöße zu sorgen. Schüler*innen und Lehrer*innen kritisieren teilweise schon dieses Prinzip, doch nun geht es darum aktiv zu werden. Wir sollten über die Lerninhalte und Qualitäten aller Schulformen streiten, um dadurch den Dauerstress zu verhindern. Der Fokus liegt hierbei auch auf Chancengleichheit, um für die Zukunft unserer Gesellschaft zu sorgen, dies lässt auch an die vielen Geflohenen denken, -die wie wir alle- ein Recht auf Bildung haben.

Wir werden daher diese Thematik auch während des Kommunalwahlkampfes ansprechen, um klare Kritik gegen die aktuelle Bildungspolitik zu äußern.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Bürgerwehr? Nicht mit uns!

Seit Anfang Januar 2016 gründen sich in ganz Deutschland vermehrt sogenannte "Bürgerwehren". Diese setzen sich meist aus männlichen Personen zusammen, welche auch oft rechtsradikal sind, oder Verbindungen in die Neonazi- oder Hooliganszene haben.
Sie geben oft an, dass sie Übergriffe, wie von Silvester am Kölner Hauptbahnhof, welche hauptsächlich von männlichen Geflüchteten begangen wurden, verhindern wollen. Dabei ist allerdings zu befürchten, dass rechte Mitglieder dieser Bürgerwehren diese nur ausnutzen, um übergriffig gegen Personen, die nicht in deren Weltbild passen, zu werden. 


Auch in Hildesheim formierte sich auf Facebook kürzlich eine Bürgerwehr mit dem Namen "Hildesheim passt auf", welche schon einige Male auf Streife ging. Diese Gruppe besteht zum größten Teil aus besorgten Bürgern, welche zwar offiziell keine Rechten dabei haben wollen, aber trotzdessen ging bereits eine Gruppe mit dem Hildesheimer Neonazi Johannes Welge, welcher zur Zeit wegen Volksverhetzung angeklagt ist, in der Nordstadt auf Streife. Welge wurde danach zwar aus der Gruppe entfernt, aber dennoch wurde er dort massiv von anderen Gruppenmitgliedern, die von seiner politischen Einstellung wussten, verteidigt. Des Weiteren vertraten einige Gruppenmitglieder offen rechte Meinungen und die Gruppen-Moderatoren schienen teilweise mit der Situation überfordert. Inzwischen sind die Moderatoren aufgrund des großen öffentlichen Drucks eingeknickt und haben die Gruppe bei Facebook auf "geheim" gestellt und viele Mitglieder rausgeworfen, wollen aber in veränderter Zusammensetzung weiterhin aktiv bleiben.

 Johannes Welge hingegen, gründete eine eigene Facebookgruppe mit dem Namen "Ordnung und Sicherheit für unser Hildesheim", in welcher regional bekannte Neonazis Mitglieder sind und welche den Anspruch erhebt, offiziell eine Bürgerwehr zu sein. Diese Gruppe hat bereits 120 Mitglieder und will demnächst ein Planungstreffen durchführen. Nachdem die Partei "Die Rechte" seit einigen Monaten eine Patrouille in Hoheneggelsen durchführt, um zu suggerieren, dass die örtlichen Geflüchteten kriminell wären und dass man die Einwohner_innen Hoheneggelsens vor ihnen schützen müsse. Nun versucht Welge, dieses Konzept auch in Hildesheim zu etablieren, bloß mit dem großen Unterschieden, dass in Hildesheim viele Menschen in der Bürgerwehr involviert sind, die noch nie offen rechts aufgefallen sind und bei denen die Gefahr bestehlt, ins rechte Millieu abzurutschen und zum Anderen, dass die Hildesheimer Polizei bei dieser Bürgerwehr keinen direkten Handlungsbedarf sieht, obwohl die Polizei in Hoheneggelsen und Hameln die Betätigung in einer Bürgerwehr von Anfang an zu unterbinden versucht. 

Generell handelt es sich bei diesen sogenannten "Bürgerwehren", in den meisten Fällen, nur um unnötige Panikmache, welche nur allzu gerne von Rechtsradikalen initiert oder unterwandert werden, um Angst vor Geflüchteten zu schüren und um auf diesem Weg die Mitte der Gesellscheft zu erreichen. Wir lehnen solche Bürgerwehren deshalb ab und befürworten es, in Notsituationen lieber die Polizei anzurufen, anstatt irgendeine Bürgerwehr zu alarmieren.

Montag, 4. Januar 2016

Jahresausblick 2016

Liebe Leserinnen und Leser, das neue Jahr 2016 hat begonnen und mit jedem Jahreswechsel kommen Veränderungen und Themen rücken in den Vordergrund. Wir haben einen kleinen Jahresausblick zusammengestellt, was sich ändern wird und was in den nächsten Monaten besonderen Stellenwert haben wird. Dieser Jahresausblick erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur als kleiner Anriss dienen.

Geflüchtete und rechte Hetze

Auch 2016 werden wieder zahlreiche hilfsbedürftige Geflüchtete in Hildesheim ankommen und müssen untergebracht und versorgt werden, was wieder viele Spenden und ehrenamtliche Helfer_innen bedarf. Zusätzlich wird im Laufe des Jahres damit begonnen werden, die Geflüchteten, die bisher in Gemeinschaftsunterkünften lebten, nach und nach auf eigene Wohnungen im gesamten Landkreis aufzuteilen, damit sie selbständiger leben können. Gleichzeitig nimmt die Hetze von Rechts immer weiter zu und neofaschistische Parteien machen durch Flugblattaktionen und mit gezielten Lügen Stimmung gegen Geflüchtete. Dagegen gilt es aufzustehen, deren Argumente zu widerlegen und Aufklärungsarbeit zu leisten, damit möglichst wenige Menschen auf diese primitive Hetze hereinfallen. Ab Januar sind Abschiebungen nun auch ohne Ankündigung möglich, was im Endeffekt heißt, dass Geflüchtete, die noch nicht die Erlaubnis haben, in Deutschland bleiben zu dürfen, immer in Angst leben müssen, ohne Vorankündigung abgeschoben zu werden. Außerdem wird das vereinfachte Asylverfahren für Menschen aus Syrien, Eritrea und dem Irak abgeschafft, was bedeutet, dass wieder Einzelfallprüfungen vorgenommen werden, was eine erhebliche Verlängerung der Bearbeitung der Asylanträge bedeutet.

Hartz4

Der Hartz4-Regelsatz wird um 5€ auf 404€ erhöht. Dies stellt eine bloße Alibi-Erhöhung dar. Kritiker bemängeln inwischen, dass Hartz4-Bezieher_innen sich durch die normalen Preisanstiege und die niedrigen Regelsatzerhöhungen inzwischen von ihrem Geld weniger kaufen könnne, als zur Einführung von Hartz4. Außerdem soll die U-25-Regelung, nach der unter 25-Jährige sofort komplettsanktioniert werden können, nicht aus ihrem Elternhaus ausziehen dürfen und deren Einkommen für die gesamte Bedarfsgemeinschaft angerechnet wird, weiter aufrecht erhalten werden.

Portoerhöhung

Die Deutsche Post wird das Porto zum wiederholtem Mal erhöhen. Alleine bei Standardbriefen von 62 auf 70 Cent, während immer mehr Arbeitsplätze an Leiharbeitsfirmen ausgelagert werden und es so zu erheblichen Arbeitsverdichtungen kommt. Dadurch steigen bestenfalls die Profite für die Aktionäre, während Die Mitarbeiter_innen schlecht bezahlt werden, mit der Arbeit gleichzeitig kaum nochkommen und Kunden oft vergeblich auf die tägliche Post warten müssen.

Mehr Werbung in Hildesheim

Nach Wegfall einer entsprechenden Sperrklausel, will die Stadt Hildesheim mehr Werbeflächen im Stadtgebiet zulassen. Dadurch wird das öffentliche Stadtbild immer mehr kommerzialisiert und Produktwerbung wird Schritt für Schritt allgegenwärtig. Nachdem man inzwischen nicht mal mehr Plakate kostenlos aufhängen kann, ohne dafür überhöhte Preise an eine private Firma entrichten zu müssen, an diese die Stadt Hildesheim die Plakatierungsrechte abgetreten hat. Da öffentlicher Raum der Allgemeinheit gehören sollte und nicht irgendwelchen Firmen, die mit den Rechten daran Profite machen, lehnen wir dies ab.

Türkei und Rojava

Nachdem der türkische Staatspräsident Erdogan und seine Partei AKP bei den Wahlen im Juni 2015 nicht die absolute Mehrheit erhielten, lies er den Konflikt mit den Kurd_innen eskalieren und die Wahl im November nachholen, wodurch er nun die Mehrheit im Parlament hat. Die von ihm angestrebte Eskalationstaktik gegenüber den Kurd_innen in der Türkei und im nordsyrischem Grenzgebiet Rojava fordert täglich Opfer auf kurdischer Seite. Die Türkische Polizei geht mit größter Brutalität gegen Zivilist_innen vor und nimmt dabei Tote bereitwillig in Kauf. Außerdem unterstützt die Türkei den Daesh (IS) im Kampf gegen kurdische Kämpfer_innen. Durch dieses Vorgehen, droht die Türkei in einem Bürgerkrieg zu versinken und Kurd_innen sehen sich einer pogromartigen Stimmung ausgesetzt.

Syrieneinsatz

Im Eilverfahren genehmigte der deutsche Bundestag den aktuell größten Einsatz der Bundeswehr seit Afghanistan. So sollen mehrere AWACS-Aufklärungsflugzeuge und Tornado-Kampfbomber zusammen mit ca. 1.200 Soldat_innen in der Türkei stationiert werden und aus der Luft militärische Ziele aufklären. Selbst der Bundeswehrverband kritisierte bisher, dass es zur Zeit noch kein militärisches Konzept gäbe und schätzt, dass der Einsatz bis zu 10 Jahre dauern könnte. Außerdem steht zu befürchten, dass die Ergebnisse der Einsätze von der türkischen Armee nicht gegen den Daesh, sondern gegen die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten verwendet werden könnten.

Vorratsdatenspeicherung

Seit dem 18.12.2015 ist das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung in Kraft. Demnach müssen alle Internet- und Mobilfunkanbieter bis spätestens Mitte 2017 damit beginnen, diverse Daten über ihre Kunden bis zu 10 Wochen zu speichern. Dazu zählen unter Anderem Standortdaten, Rufnummern, Uhrzeiten und Dauer von Telefonaten, SMS-Nutzungen und  (Mobiler-)Internetnutzung.

Kommunalwahl

Gerade für uns vor Ort wird die niedersächsische Kommunalwahl am 22. September 2016 eine übergeordnete Rolle spielen. So ergibt sich für uns die Gelegenheit, jugendpolitische Akzente zu setzen und einen starken Jugendwahlkampf zu führen. Außerdem werden wir unsere Genossinnen und Genossen von der Linken Hildesheim nach besten Kräften bei ihrem Wahlkampf unterstützen, damit bald eine starke soziale Stimme in die kommunalen Parlamente einziehen kann.

Die Gesellschaft rückt immer weiter nach Rechts und die Bedingungen für Menschen, die sich am unteren Ende der Hackordnung befinden werden immer schlechter. Dagegen kann nur eine starke linke Bewegung helfen, also engagiert euch für eine gerechtere Welt! Wenn du bei uns mitmachen möchtest, oder einfach nur mehr über uns erfahren möchtest, schicke eine Mail an: linksjugendsolidhildesheim@gmail.com , wir freuen uns auf dich.

Sonntag, 20. Dezember 2015

JU are Heuchler!

Vor Kurzem haben Mitglieder der „Jungen Union Hildesheim“ eine Initiative mit dem Titel „JU are welcome!“ ins Leben gerufen, welche inzwischen als gemeinnütziger Verein eingetragen ist. Dieser setzt sich zur Zeit dafür ein, Schulsachen für die Kinder von Geflüchteten zu sammeln. Dies ist erstmal als positiv anzusehen und unterstützenswert, aber wenn man die Hintergründe genauer betrachtet, wird klar, dass die Junge Union diese Aktion nur benutzt, um sich an der Situation, in der sich die Geflüchteten befinden, an der deren Mutterpartei maßgeblich Schuld ist, zu profilieren.

Zum Einen ist anzumerken, dass sich dieser Verein als überparteilich darstellt, obwohl er die Initialien der Jungen Union trägt („JU“), dass er aus einer Initiative der Jungen Union hervorgegangen ist und die Vereinsmitglieder zum größten Teil aus der CDU stammen, oder ihr nahe stehen. Des Weiteren ist zu hinterfragen, weshalb dieser Verein ausschließlich Schulsachen sammelt. Natürlich ist Bildung ein sehr wichtiges Thema, aber Flüchtlingskinder benötigen zunächst nicht nur Bildung, um sich hier einzuleben und wohlzufühlen. Die Junge Union versucht zu suggerieren, dass für eine gelungene Integration eine gute Schulbildung an erster Stelle steht. Dabei stellen sie die wirtschaftliche Verwertung der Geflüchteten in die kapitalistische Leistungsgesellschaft in den Vordergrund. Für uns stehen jedoch zwischenmenschliche Aspekte und die Erfüllung von Grundbedürfnissen im Vordergrund. So setzen wir uns zum Beispiel erst einmal dafür ein, dass die Kinder über Anziehsachen und Spielzeuge verfügen, medizinische Versorgung erhalten und die Möglichkeit bekommen, an sozialen Projekten teilzunehmen, Kindergärten zu besuchen und Kinder ihres Alters kennen zu lernen.

Gerade die CDU zählt zu den Hauptverantwortlichen für die sogenannte „Flüchtlingskrise“. So unterstützt die CDU Regime wie Saudi-Arabien, Katar und die Türkei mit Waffenexporten, Wirtschaftsaufträge und stärkt ihnen politisch den Rücken, obwohl diese den Daesh (IS) unterstützen. Dadurch versinkt der gesamte Nahe Osten im Krieg und die Menschen fliehen von dort. Hier in Deutschland ist die CDU ganz weit vorne mit dabei, wenn es um Abschiebungen und um deren beschleunigte Durchführung geht.

Natürlich ist es nicht falsch, den Kindern dabei zu helfen, sich zu bilden, aber der Verein erscheint uns dabei sehr einseitig orientiert. Die Übersetzung des Namens, („gern geschehen“) lässt schon einmal durchblicken, wie gönnerhaft sich die Vereinsmitglieder*innen wohl dabei vorkommen mögen. Gerade der stellvertretende CDU-Vorsitzende, Mirco Weiß, welcher im Verein den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden inne hat und der in der Vergangenheit Menschen, die sich durch Sitzblockaden gegen Abschiebungen gestellt haben, als „Gutmenschen“ betitelte, versucht jetzt anscheinend, seinen Namen wieder reinzuwaschen und die Unterstützung von Geflüchteten in eine bürgerliche Richtung zu lenken. Deshalb fordern wir dazu auf, dieses unverfrorene Heuchlertum nicht zu unterstützen.

Wenn man Geflüchteten wirklich helfen möchte, sollte man sich an die Integrationsleistelle der Stadt Hildesheim wenden: integrationsleitstelle@stadt-hildesheim.de oder unter 05121/301-4024 oder -4274.

Wir hinterfragen dabei, wieso die Junge Union diese eigentlich nicht unterstützt und stattdessen einen eigenen, separaten, Verein gründet.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Nazis gibts in jeder Stadt, auch in Algermissen!

Algermissens Bürgermeister, Wolfgang Moegerle (CDU), gab in der Ausgabe der Lokalzeitung "Kehrwieder am Sonntag" vom 13.12.2015 ein Interview, bei dem er ausführlich auf die Debatte um die sogenannte "Flüchtlingskrise" einging. Darauf angesprochen, dass sich angeblich der Hildesheimer Kreisverband der Neonazipartei "Die Rechte" in Algermissen gründete, stellte er wieder einmal Rechte und Linke auf eine Stufe und negierte, dass es Rechtsradikale in Algermissen geben würde.

Dabei bezog er sich auf die antifaschistische Demonstration des "Aktionsnetzwerkes gegen Rassismus Hildesheim" vom 7.11.2015, welche auch von der Linksjugend ['solid] Hildesheim mitorganisiert wurde. Hierbei behauptete er insbesondere, dass die Organisator_innen der Demonstration bei einem Gespräch mit Vertreter_innen der Gemeinde Algermissen nicht dialogbereit gewesen wären und eine Zusammenarbeit unmöglich gemacht hätten. Dies entspricht aber in dieser Form nicht der Wahrheit. Die Anwesenden Vertreter des Aktionsnetzwerkes waren durchaus daran interessiert, eine gemeinsame Veranstaltung mit der Gemeinde Algermissen durchzuführen, was aber von Vertreter_innen ebendieser durch ihre grundsätzliche Ablehnung quittiert wurde, da sich "Die Rechte Hildesheim" angeblich an einem anderen Ort gegründet haben soll und Algermissen somit der falsche Ort für diese Demonstration gewesen sei und da sie sich an einer kritischen Formulierung gegenüber einer von der Gemeinde organisierte Aktion vom letzten Jahr gerichtet hat. Dementsprechend war die Grundstimmung seitens der Gemeindevertreter_innen von vornherein ablehnend gewesen.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich "Die Rechte Hildesheim" an einem anderen Ort gegründet hat, stellt diese Algermissen im Internet immer wieder als ihren Gründungsort dar und verleiht Algermissen somit einen gewissen Symbolcharakter, den wir mit der Demonstration angreifen wollten, dabei hätte es uns durchaus gefreut, mit der Gemeinde Algermissen zusammen ein Zeichen gegen Rechts setzen zu können.

Aber auch fernab der Partei "Die Rechte" gibt es, gerade in ländlichen Regionen, oft unorganisierte Neonazis und Menschen, die offen für ihre Hetze sind und gerade bei einem Ort wie Algermissen, in dem mehrere tausend Menschen leben, ist es sehr wahrscheinlich, dass es Menschen gibt, die rechte Tendenzen haben. Durch eine komplette Weigerung dessen, welche sie Wolgang Moegerle betreibt, um Algermissen nicht als rechten Rückzugsort zu benennen, werden den Nazis nur zusätzliche Rückzugsorte geschaffen, in denen sie ungestört leben und agieren können.

In letzter Zeit gab es diverse Hinweise, dass dem so ist. So wurden über einen längeren Zeitraum Aufkleber der Partei "Die Rechte" in der Nähe des Algermissener Bahnhofes und auf Höhe des Bahnhofüberweges geklebt. Auf der Facebookseite der Rechten kommentieren und liken oft bestimmte Personen, die als Wohnort Algermissen angegeben haben. Direkt am Tag nach der Demonstration in Algermissen, trafen sich Faschist_innen von "Die Rechte Hildesheim" im Algermissener Gasthof "Altes Haus", was  sofort im Anschluss im Internet publiziert wurde (http://de.indymedia.org/node/6492). Aber was bisher als eindeutigstes Indiz dafür spricht, ist ein Vorfall, welcher sich am 15.11.2015 gegen 23:15 Uhr im Nachtbus nach Algermissen zugetragen hat. So stiegen an der Bushaltestelle in der Hildesheimer Schuhstraße mehrere alkoholisierte Männer in den Bus ein und begannen, wärend der Fahrt rechtsradikale, homophobe und sexistische Parolen zu gröhlen und sangen volksverhetzende Lieder, unter anderem das verbotetene Horst-Wessel-Lied. Der Busfahrer unternahm nichts dagegen und die anwesenden anderen Fahrgäste waren vom Auftreten der Gruppe zu sehr eingeschüchtert, um sie aufzufordern, dies zu unterlassen. Die Gruppe stieg in Algermissen aus und ging direkt in das Lokal "Rio Grande".

Dies alles zeigt ein weiteres mal, dass es Nazis in jedem, noch so unscheinbar anmutenden, Dorf und in jeder Stadt geben kann. Das zu verleugnen und sich auf fadenscheinige Gründe zu berufen, um antifaschistische Gegenaktionen als unnötig abzutun, nur um den "guten Ruf" Ortes nicht zu gefährden, verschlimmert das Problem nur, weil es den Nazis ungestörte Handlungsspielräume lässt und den gesamtgesellschaftlichen Protest gegen Faschist_innen spaltet.